Creative Commons License
Dieses Werk ist unter einer Internationalen Creative Commons 4.0 Lizenz lizenziert.

Wir sind eine interessante Spezies – wir können Degeneration als Fortschritt feiern.
Ein Beispiel für diese Behauptung ist die Geschichte eines unseres liebsten Grundnahrungsmittels: Mehl.
Innerhalb der letzten 150 Jahre haben wir die Qualität dieses Grundnahrungsmittels den Ansprüchen einer industrialisierten Produktion untergeordnet. Mit unserem derzeitigen Wissensstand haben wir mit dieser Vorgehensweise eine solide Basis für eine Fülle von Zivilisationskrankheiten und ökologischen Schäden geschaffen. Die  a l l e s a m t  nicht notwendig sind!
Aber bilden Sie sich selbst eine Meinung …

 

Was passiert wenn ein Grundnahrungsmittel verändert wird?

Diese Frage wird hier am Beispiel Mehl, dessen historische Entwicklung und die Wirkung von Mehl im Menschen beleuchtet. Aus den Zusammenhängen ergeben sich recht offensichtliche Zusammenhänge die aufzeigen, daß mit sehr wenig Aufwand das Leben der meisten Menschen verbessert werden kann.
Die erste große Hürde für eine Umsetzung dieser Art ist eine sprachliche.
Über Mehl zu kommunizieren ist schwierig bis unmöglich weil mit dem Wort Mehl zumindest drei völlig unterschiedliche Qualitäten benannt werden.

Die unterschiedlichen Qualitäten von Mehl

Was ist überhaupt Mehl? Mehl wird durch Mahlen von Getreidekörnern gewonnen.
Meist ist Mehl aus Reis, Mais oder Brotgetreiden. Brotgetreide sind Getreide aus denen man, wer hätte das gedacht, Brot backen kann. Traditionell sind damit Dinkel, Weizen, Roggen, Emmer, Kamut, u. ä. gemeint.
Solch ein Brot-Getreidekorn besteht im Wesentlichen aus Schalen, die Mehlkörper und Keimling umgeben.
Für die Mehlerzeugung sind davon von Bedeutung:
ed. Mehlkörper oder Endosperm
f. Kleie oder Aleuronschicht
k. Keimling

Im Wesentlichen ist der Mehlkörper die Nahrung für den Keimling und die Kleie schützt das Ganze.
Der Keimling besteht aus dem eigentlichen Embryo und einem dünnen Häutchen, das den Embryo vom Mehlkörper trennt. Dieses Häutchen ist sehr vitaminreich, trägt den klingenden Namen „Scutellum“ und leitet nach der Keimung den enzymatischen Stärkeabbau ein, der dem Keimling den Mehlkörper als Nahrung aufschlüsselt. Der so genährten Keimling wächst zu einer neuen Getreidepflanze heran.
Soviel zu Getreide und Mehl an sich und weiter zu den Qualitäten. Wer sich heute Mehl oder Speisen aus Mehl kauft erhält …

… praktisch immer: Entkeimtes Mehl

Man kann sich das wie ein Ei ohne Dotter und Schale vorstellen das dennoch Ei genannt wird. Der Großteil der am Markt befindlichen Mehle und unterschiedlich dunkel gefärbten mehlhaltigen Produkte sind aus entkeimten Auszugsmehlen erzeugt.
Die meisten Menschen sättigen sich mit dieser Qualität.

… eher selten: Hitzestabilisiertes Mehl

Bei diesen Mehlen wird der Keimling mittels Dampf, trockener Hitze oder Mikrowelle erhitzt (stabilisiert). Das kann man sich wie ein Ei mit gekochtem Dotter vorstellen. (Das Ei genannt und „mit wertvollem Dotter“ beworben wird.) Allgemein kann gesagt werden, daß die im Handel befindlichen Vollkornmehle hitzestabilisiert wurden, Auszugsmehle dieser Art sind eher selten.

… mitunter: Angereichertes Mehl

Anreichern bedeutet, daß einerseits (durch zumeist gentechnisch veränderte Mikroorganismen erzeugte) Vitamine zugefügt werden die zuvor mit Keimling und Kleie entfernt wurden und / oder andererseits Vitamine beigemengt werden die von Natur aus im Mehl gar nicht vorkommen. Das kann man sich wie ein Ei vorstellen wo an Stelle des Dotters z.B. Teile einer Banane und ein bisschen Fisch zu finden sind. Sehr innovativ, leider wahnsinnig.

…fast nie: Mehl

per Definition ist Mehl Vollkornmehl. Es besteht aus Mehlkörper, unbehandeltem Keimling und Kleie in defakto unveränderten Gewichtsanteilen. Auszugsmehl besteht aus Mehlkörper und Keimling, die Kleie wird teilweise oder zur Gänze ausgesiebt wodurch ein Teil des Keimlings verloren geht. Das könnte man sich wie ein richtig unbehandeltes Ei vorstellen.

Abgesehen von den letzten 150 Jahren, sind, wann immer in der Geschichte der Menschheit von Mehl berichtet wird, diese beiden Qualitäten aus organischer Landwirtschaft gemeint. Die Unterscheidung der Anbauform ist wichtig da der Begriff „konventionell“, zu deutsch „üblich, althergebracht“ auf ökologische Landwirtschaft zuträfe aber irriger Weise für die industrielle Landwirtschaft verwendet wird.
Industrielle Landwirtschaft ist ein gescheitertes, keine 150 Jahre altes, Feldexperiment der menschlichen Gattung.

Wie eingangs erwähnt ist Mehl sprachlich schwer zu unterscheiden. Deswegen wird im Text für diese Qualität der Begriff „Goldkeim Mehl“ verwendet.

Warum werden Mehle überhaupt entkeimt?

Seit mindestens 20.000 Jahren werden Getreide kultiviert und abgesehen von den letzten ~150 Jahren war, wann immer in der Geschichte der Menschheit von Mehl berichtet wird, die Goldkeim Mehl Qualität gemeint. Grafisch dargestellt sieht das ungefähr so aus.

Der Grund für die unterbrochene „Kleie-Linie“ ist, daß das Entfernen der Kleie eine Modeerscheinung ist, die, erstmals 4000 v. Chr. in Ägypten erwähnt, ihren Höhepunkt während der französischen Revolution fand. Teil der neuen Freiheit war es wie der Adel zu essen und der aß weißes Mehl. Aus heutiger gesundheitlicher Sicht war diese Entwicklung revolutionärer aber halt auch sehr, sehr dumm.
Bis zur 1712 beginnenden industriellen Revolution wurde das Getreide gelagert und auf Bedarf zu Mehl vermahlen. Das geschah entweder von den Menschen selbst oder kleineren, lokalen Mühlen. Es gab entsprechend viele Mühlen, sie waren über das Land verteilt und von natürlicher Energie (Wind-, Tier-, Mensch- und Wasserkraft) abhängig.
Merkmal der industriellen (fleißig) Revolution (Umkehrung) ist das zunehmende Verschwinden kleiner, lokaler Mühlen und das Entstehen von zentral operierenden Großmühlen. 1785 konstruierte Oliver Evans in den USA die erste voll mechanisierte Getreidemühle. Nach und nach wurde natürliche durch thermisch erzeugte Energie (Holz, Torf, Kohle und Öl), später atomare Energie ersetzt. Die Müllerei war nicht mehr an örtliche Gegebenheiten gebunden aber die Transportwege wurden länger. Gelagert wird nicht nur mehr das Getreide sondern auch das industriell auf Vorrat produzierte Mehl.

Zentrales Problem der industriellen Mehlerzeugung

Auf Vorrat zu produzieren, das Hinzukommen langer Transportwege bei vergleichsweisen langsamen Transportmitteln (kein Auto, noch keine Bahn) kollidiert mit der natürlichen Haltbarkeit des Mehles, genauer der des Keimlings. Kommt Luft zum Keim, und das ist bei der Vermahlung der Fall, beginnen die Fette des Keimlings zu oxidieren, er wird ranzig wodurch das Mehl einen unangenehmen Beigeschmack bekommt. Abhängig von lokalem Klima und der Qualität der Rohware (Getreide) dauert dieser Prozeß 6 bis 9 Monate. Diese Zeitspanne war für industrielles Bevorraten, Verteilen und Verarbeiten zu Zeiten des 19. Jahrhunderts zu kurz.

Lösung: Entkeimtes Mehl

Von Vitaminen und dergleichen wußte man wenig bis nichts also war die Lösung mit damaligen Wissenstand genial schlüssig: Fehlt der Keimling im Mehl kann er dort nicht mehr ranzig werden. So wurde der Keimling also aus dem Mehl und in Folge aus der menschlichen Nahrung entfernt. Das Verfahren hat sich gegen Ende des 19. Jahrhunderts weltweit durchgesetzt, zuerst in den Ballungsgebieten, im ländlichen Raum ca. eine Generation später. Nach der Kleie verschwand auch der Keimling aus dem Mehl.
Interessant ist es diese Entwicklung mit den Entdeckungsjahren der Vitamine zu vernetzen:

Hitzestabilisiertes Mehl

Informationen ab wann hitzestabiliserte Mehle in Verkehr gebracht wurden sind schwer zu finden, ich tippe auf die Mitte des 20. Jahrhunderts. Bei hitzestabilisierten Mehlen wird der Keim mittels trockener Hitze, Dampf oder Mikrowelle „stabilisiert“ und danach dem Mehl wieder beigemischt was aus zweierlei Gründen bemerkenswert ist: Erstens sind mittlerweile die Verteilungsstrukturen soweit ausgebaut das die natürliche Haltbarkeit auch für eine industrielle Verarbeitung völlig ausreicht. Im Vergleich zu z.B. Milchprodukten ist Mehl ausgesprochen haltbar. Die Notwendigkeit einer Stabilisierung ist daher gar nicht gegeben. Zweitens wird bei den Produkten „mit wertvollen Keimling“ nicht auf den Vorgang der thermischen Stabilisierung aufmerksam gemacht. Das ist nicht falsch aber irreführend da sich Vitamine, Amino- und Fettsäuren durch Hitze verändern. Man kennt es vom Ei. Gekochte Eier sind anders als rohe. Fazit:

Es gibt keinen vernünftigen Grund den Keimling aus dem Mehl zu entfernen oder mittels Hitze zu verändern.

Bekannte Inhaltstoffe von Getreidekeimling und Kleie

Beleuchten wir nun Keim und Kleie aus naturwissenschaftlicher und traditionell chinesischer Medizin.
Aus Sichtweise der traditionellen chinesischen Medizin (TCM) besteht Getreide grundsätzlich aus:
Chi (Endosperm, Energie) und Jing (Keimling, Essenz)
Diese Klassifizierung gilt allgemein für Getreide gleich ob es sich um Reis, Weizen oder Mais handelt. Es gibt keine Zuordnung zur Kleie aber es gilt die Regel, daß Nahrung hart und weich sein soll. Die Kleie ist hart. Diese Eigenschaft wird später behandelt.

Ein völlig anderer Ansatz ist die naturwissenschaftliche Betrachtungsweise bei der das zu erforschende Etwas in seine Bestandteile zerlegt wird. Aus naturwissenschaftlichen Betrachtung sind die unterschiedlichen Getreide, wenngleich geringfügig, verschieden. Da Weizen das weltweit häufigst genutzte Brotgetreide ist wird hier der Weizenkeimling betrachtet.
Naturwissenschaftlich besehen enthält er:
Vitamine: Thiamin B1, Riboflavin B2, Niacin B3, Pantothensäure B5, Pyridoxin B6, Folsäure B9 und Tocopherol E;
Essentielle Mineralstoffe: Kalzium, Magnesium, Phosphor, Kalium;
Essentielle Spurenelemente: Eisen, Zink, Kupfer, Mangan, Selen;
Die acht essentiellen Aminosäuren: Valin, Methionin, Leucin, Isoleucin, Phenylalanin, Tryptophan, Threonin und Lysin. Histidin, Tyrosin und Arginin gelten für Kinder und Kranke zusätzlich als essentiell.
Sekundäre Aminosäuren: Alanin, Glycin, Prolin, Serin, Cystin, Asparaginsäure und Glutaminsäure;
Gesättigte Fettsäuren: Myristinsäure, Palmitinsäure und Stearinsäure;
Ungesättigte Fettsäuren: Palmitoleinsäure und Ölsäure
Die mehrfach ungesättigte Linolsäure

Wird die Weizenkleie naturwissenschaftlich betrachtet ist sie zunächst einmal Ballaststoffen und beinhaltet zusätzlich die Vitamine Thiamin B1, Riboflavin B2, Niacin B3, Pantothensäure B5, Pyridoxin B6, Folsäure B9, Tocopherol E und Vitamin K. Ebenso die essentiellen Mineralstoffe Magnesium, Phosphor, Kalzium, Kalium,
sowie die essentiellen Spurenelemente Eisen, Zink, Kupfer, Mangan, Selen

Nimmt man nun alle naturwissenschaftlichen entdeckten Substanzen, packt sie zu einem Mehlkörper, umgibt es mit Kleie und versucht das Konstrukt zum Keimen zu bringen erhält man: Schimmel. Es muß also noch etwas Wesentliches fehlen.
Aus Sicht der TCM hat man dafür keine Ahnung was man nehmen soll. Beide Wissenschaften haben ihre Stärken und Schwächen.

Vermutete Wirkung

Beide Konzepte, Naturwissenschaft wie auch traditionelle chinesische Medizin kommen zu der Erkenntnis, daß der Keimling für den Menschen essentiell ist.
Essentiell bedeutet, daß diese Stoffe unentbehrlich für ein naturgemäßes Funktionieren des Körpers sind. Ein Fehlen des Keimlings muß eine Ursache vielfältiger Beschwerden sein an der wir körperlich und geistig leiden.
Nach dem Konzept der TCM ist der Mehlkörper der Energiefluß „Chi“ während der Keimling die Essenz „Jing” ist. Das Jing ist vitale Substanz, es ist die materielle Basis die den Körper nährt und kühlt. Die Erhaltung des Jings ist Grundlage für gute Gesundheit und Langlebigkeit. „Sterben“ bedeutet, daß das Jing zur Neige geht, ist es verbraucht ist man bereits tot – das Jing ist also wichtig.
Fehlt das Jing in der täglichen Nahrung zehrt der Körper von seiner Substanz, das Leben wird beschwerlich und kränklich. Wird der Körper wieder ausreichend mit Jing versorgt kommt es zu einer bemerkenswerten Selbstheilung des Körpers.

Das chinesische Zeichen „Jing“ bedeutet ursprünglich „guter Reis“.
Interessant ist, daß das Zeichen für „Chi“ auch mit Reis in Verbindung steht.
Es bezeichnet „den Dampf“ der beim Kochen von Reis sichtbar wird.

Das naturwissenschaftliche medizinische Konzept kommt zum Selben wenngleich differenzierteren Ergebnis. Der ganze Körper besteht aus den Substanzen des Keimlings. Knochen, Zähne, Nägel, Haare, Gewebe, Organe, Hormone, Botenstoffe, Blut, Eizellen, Samen, …, alles besteht aus Aminosäuren, Spurenelementen, Mineralstoffen, Fettsäuren.
Der gesamte Stoffwechsel von Fett, Eiweiß und Kohlenhydraten, das Zentralnervensystem, Gedächtnis- und Konzentrationsfähigkeit, Immunsystem, Streßresistenz, Fähigkeit zur Heilung, Erbsubstanz, Fruchtbarkeit, biochemische Botenstoffe wie Hormone, körperinterne Kommunikation, Neurotransmitter, Pheromone, … sind von einer ausreichenden Versorgung abhängig. Ein Mangel an Essentiellem in der täglichen Ernährung ist Ursache vielfältiger Störungen in grundlegenden Funktionen des menschlichen Körpers. Die Möglichkeiten sind schier endlos. Werden dem Körper diese Stoffe aber wieder zur Verfügung gestellt heilt sich der Körper wieder Schritt für Schritt. Soweit und so gut es möglich ist.

Kurz zur Kleie

In der traditionellen chinesischen Medizin heißt es: Nahrung soll hart und weich sein. Medizinisch nachvollziehbar wird der mystische Hinweis durch Einbezug des enterischen Nervensystems, bekannter unter dem Namen: Bauchhirn. Stand der Erkenntnis ist, daß der Darm von einem Nervengeflecht umhüllt ist das dem Kopfhirn in seiner Leistung gleichwertig ist. Auch bekannt ist, daß es im Darm druckempfindliche Schleimhautzellen gibt welche, wenn gereizt, die Ausschüttung von Neurotransmitter bewirken. Diese stimulieren das Gehirn, andere Nervenzellen und naturgegeben wieder den Darm. Das Harte in der Nahrung „inspiriert“ u.a. den Darm Neurotransmitter zu produzieren.

„Die Naturwissenschaftler kennen die Zweige des Baumes des Wissens, aber nicht seine Wurzel. Die Mystiker kennen die Wurzel des Baumes des Wissens, aber nicht seine Zweige.
Die Naturwissenschaft ist nicht auf die Mystik angewiesen und die Mystik nicht auf die Naturwissenschaft – doch die Menschheit kann auf keine der beiden verzichten“
Fritjof Capra, Das Tao der Physik

Gesundheit & Krankheit

Ernährung ist ein wichtiger Faktor für Gesundheit und Krankheit (und Umweltschutz und Politik und Arterhaltung und faire Welt und so weiter und so weiter). Ernährung ist ein wesentlicher Teil Ihres Lebens sowie das der Anderen und entsprechen viel wird über gesunde Ernährung diskutiert, geforscht, geschrieben und gelegentlich sogar gewußt. Wenn Sie versuchen sich gesund zu ernähren und dabei all die widersprüchlichen therapeutischen Anweisungen, Vorschriften und zum Teil Gesetze beachten werden Sie vielleicht feststellen, daß Ihr Leben ausgesprochen mühsam wird. Das könnte daher kommen, daß der Begriff Gesundheit mehr oder weniger vorsätzlich unterschiedlich verwendet wird. Daher die Definition des Begriffes Gesundheit:
Am 22. Juli 1946 wurde Gesundheit in der Verfassung der Weltgesundheitsbehörde (WHO) als: „ein Zustand des vollständigen körperlichen, geistigen und sozialen Wohlergehens und nicht nur das Fehlen von Krankheit oder Gebrechen“ definiert. Als einzige westliche Gesundheitsdefinition wird sie annähernd weltweit (191 von 192 UN Staaten) akzeptiert. Diese Definition besagt, daß Gesundheit körperliches und geistiges und soziales Wohlergehen beinhaltet. Nicht „oder“ sondern „und“, alle drei Bereiche sind wichtig!

Heilsames Wort „Krankheit“

Krankheit wird etymologisch auf das mittelhochdeutsche Wort „gebrechen, es fehlt“ zurückgeführt dessen Ausgangsbedeutung offenbar „es bricht ab von, es geht ab von, es fehlt“ ist. Das hauptwörtlich gebrauchte Verb ist „Gebrechen“ welches das mhd. „gebreche“ (Mangel, Beschwerde, Krankheit) verdrängt. Im Laufe der Zeit setzt sich die übertragene Bedeutung „Krankheit“ als einzige durch.
Diese Definition bringt Licht in die allgegenwärtigen Worte „Zivilisations- und Wohlstandserkrankung“: Es fehlt an Beidem.
Interessant ist, daß das englische Wort für Krankheit „disease“ die Wirkung, das deutsche Wort die Ursache beschreibt. Die Wurzel von „disease“ liegt im französischen „desaise“ und bedeutet „ohne Bequemlichkeit – unbequem“.
Ein Mangel (an Essentiellem) bringt Unbequemlichkeit.

Hypothese & Lösung

Mehl ist ein Grundnahrungsmittel. Was passiert wenn ein Grundnahrungsmittel einer Art denaturiert wird?
Wenn individueller Wohlstand wie menschliche Zivilisation schwindet sollten die Ursachen in einem Ungleichgewicht von sozialem Umfeld, Geist und Körper zu finden sein. Ernährung wirkt in allen drei Bereichen. Ziehen wir die Entkeimung der Mehle in Betracht fehlen dem Grundnahrungsmittel seit ~ 150 Jahren Substanzen die den gesamten! (Fett-, Eiweiß- und Kohlenhydraten) Stoffwechsel steuern. Damit nicht genug begünstigen die Inhaltsstoffe des Keimlings die Funktion von Zentralnervensystem, Gedächtnis- und Konzentrationsfähigkeit, Immunsystem, Streßbewältigung, Heilungsfähigkeit, Erbsubstanz und Fruchtbarkeit, Beschaffenheit und Funktion von Gewebe, Zellen, Nerven, Haut, Nägel und Haaren, die körperinterne Kommunikation mittels biochemischer Botenstoffe wie Hormone, Neurotransmitter, usw. – die Liste erscheint schier endlos.
Somit ist mit der Entkeimung der Mehle eine (von vielen) solide Grundlage für die modernen Zivilisationskrankheiten geschaffen worden.

Eine Metapher zur erlebbaren Wirkung von Mehl

Stellen Sie sich vor, Sie kommen nach Hause, sperren die Wohnungstür auf und machen es sich bequem. Das womit sie aufsperren, der Schlüssel, ist der Keimling, das was Sie dabei empfinden, ist die Wirkung des Keimlings. Sie machen das tagtäglich und wahrscheinlich fällt es Ihnen gar nicht auf.
Bei reinem Auszugsmehl kommen Sie nach Hause und stehen ohne Schlüssel vor der verschlossenen Tür.
Bei hitzestabilisertem Mehl kommen Sie nach Hause, aber haben den falschen Schlüssel dabei. Das was Sie dabei empfinden, ist die Wirkung des Nicht- oder des hitzestabiliserten Keimlings. Da Sie es tagtäglich erleben, fällt Ihnen gar nicht mehr auf, daß Sie auf der Straße leben, es ist normal für Sie. Bekommen Sie dann den Goldkeim Schlüssel und können Sie es sich endlich wieder zu Hause gemütlich machen, werden Sie ein sehr wohliges Gefühl erleben. Bis es Ihnen, weil Sie es wieder gewohnt sind, nicht mehr auffällt. Vergessen Sie eine Zeit lang den Schlüssel, merken Sie wieder einen Unterschied.

Die Lösung

Goldkeim Mehl!
Da das Entkeimen heute gar nicht mehr notwendig ist kann eine Ursache behoben werden. Weil Heilung ein natürliches Phänomen ist kann die Lebensqualität einfach verbessert werden indem der Keimling wieder im Mehl bleibt. Angesichts der angenommenen und erlebbaren Wirkungen sollte das zu einem Rückgang an Zivilisationsbeschwerden führen.

Das Goldkeim Wunder

Der erlebbare Nutzen für den Einzelnen (sprich: für Sie) kommt in der subjektiven Erfahrung von „Sich-besser-fühlen“ zum Ausdruck. Mehrheitlich wird eine positive Veränderung wahrgenommen, wenige nehmen nichts wahr, und negatives ist bis dato nicht bekannt. Der individuell erlebbare Nutzen ist also, daß man sich besser fühlt. Mehr ist es nicht!
Fragen Sie jemanden der sich von Goldkeim Mehl nährt und daher das Gefühl kennt, werden Sie Umschreibungen hören wie:

  • vom Kopf bis Fuß wohlfühlen,
  • rundrum besser fühlen,
  • fühlt sich irgendwie richtig an,
  • ausgeglichener,
  • zufriedener,
  • es geht mir besser,
  • einfach ein gutes Gefühl…

Auffällig ist, daß nichts mit Denken, Wissen oder Verstehen erwähnt wird sondern immerzu: Gefühl, man fühlt sich einfach besser. Ist man Goldkeim Mehl gewöhnt und bekommt dann eine zeitlang nur Mehl zu essen geht „etwas“ nach wenigen Tagen ab. Dieses „Etwas“ sollte die Wirkung des Keimlings (und der Kleie) sein. Es gibt erklärende Theorien zu dieser Wirkung, siehe „Inhaltsstoffe des Weizenkeims und ihre Wirkung 1.2„, ein Wissen über das „was wie wo warum wirkt“ ist mit aktuellem Wissen und Stand der Technik nicht möglich. Deshalb Goldkeim Mehl Wunder: Wir wissen nicht sondern können uns nur wundern.

„Warum Wundern“?

Ein kleine mathematische Spielerei um aufzuzeigen, daß gesundheitsbezogene Aussagen sehr fragwürdig sind.
Wir haben die bekannten Inhaltsstoffe des Weizenkeimlings, einiges was vielleicht noch nicht entdeckt wurde und etwas von dem wir im Grunde noch gar keine Ahnung haben: Leben.
Ohne „Einiges und Etwas“ sind das 40 Substanzen die gemeinsam wirken also gibt es, sehr vereinfacht berechnet, die Fakultät von 40. Das sind 8 x 1047 mögliche Wechselwirkungen.
Um zur Wirkung zu gelangen müssen wir aber noch kauen und verdauen also sagen wir, hinzukommen noch Speichel + Magensaft.
Dann hätten wir, wieder sehr vereinfacht, die Fakultät von 42 also bereits 14 x 1051 mögliche Wechselwirkungen.
Würden wir die, nach kurzer Recherche zu findenden 47 Inhaltstoffe des Speichels dazu nehmen hätten wir die Fakultät von 40+47+1xMagensaft = die Fakultät von 88 = 18 x 10135 mögliche Wechselwirkungen.
18 x 10135 sieht als ausgeschriebene Zahl so aus: 185.482.642.257.398.439.114.796.845.645.546.284.380.220.968.949.399.346.684.421.580.986.889.562.184.028.199.319.100.141.244.804.501.828.416.633.516.851.200.000.000.000.000.000.000
Zu diesem Zeitpunkt liegen diese Möglichkeiten aber noch „wirkungslos“ im Magen und sind noch nicht für den Körper verfügbar. Das kommt erst! Genauso wie die Interaktion mit dem Microbiome erst kommt und auf den Körper Wirkung zeigt. Aber genug der Spielerei.

Ziehen Sie einfach in Betracht, daß Goldkeim Mehl essen befriedigender ist als darüber nachzudenken
und wissende Aussagen zur Wirkung von Nahrungsmitteln / Medikamenten im besten Fall Theorien sind

Die Goldkeim Studie

Eine Veränderung eines Grundnahrungsmittels muß eine Veränderung in der Lebensqualität aller Beteiligten bewirken. Im Falle des Mehls betrifft die Wirkung defakto die gesamte Menschheit. Aus Sicht der evidenzbasierenden sowie der traditionellen chinesischen Medizin bewirkt diese Veränderung eine Schwächung grundlegender Funktionen im menschlichem Körper die, direkte und indirekte, Folgen auf den menschlichen Geist hat. Weil der Keimling geschmacks- und geruchsneutral ist kann diese Theorie in einer Blind/Doppelblindstudie empirisch überprüft werden.

Ziel der Studie

Da die Zusammensetzung des Keimlings weitgehend bekannt ist können die beobachteten Prozesse medizinisch, politisch und wirtschaftlich erfaßt, zugeordnet und vernetzt werden. Es entsteht dadurch ein Steuerungselement mit dem die notwendigen Veränderungen in Umwelt, Gesundheit, Bildung und Wirtschaft koordiniert werden können.

Aufbau der Studie

Die Studie ist in 4 Zellen gegliedert.
Das aus der Landwirtschaft geerntete Getreide (1) wird in der Mühle zu unterschiedlichen Mehlen (2) vermahlen. Das Mehl wird zum Produkt (3) weiterverarbeitet und entfaltet seine Wirkung im Mensch (4).
1. Zelle – Landwirtschaft
Erfassen von Auswirkungen der drei am Markt vertretenen landwirtschaftlichen Anbauformen auf Biodiversität, Humusbildung und Wasserspeicherfähigkeit, CO2 Bilanz u.a. umwelt- und volkswirtschaftlich relevanten Daten.
2. Zelle – Lebensmittelproduktion 1
Analyse der Getreide nach der Ernte und der Vermahlung zu Mehl.
Die Unterscheidbarkeit entkeimter und vitaler Mehle ermöglicht die empirische Blind/Doppelblindstudie (4).
Erhebung von umwelt- und volkswirtschaftlich relevanten Daten.
3. Zelle – Lebensmittelproduktion 2
Verarbeitung von vitalem und entkeimten Mehlen, Analyse der erzeugten Endprodukte.
Erhebung von umwelt- und volkswirtschaftlich relevanten Daten.
4. Zelle – Der Mensch
Anamnese des körperlichen, geistigen und sozialen Befindens des Menschen durch evidenzbasierende und trad. chinesische Medizin. Erhebung eines geistig, seelischen und sozialen Persönlichkeitsprofils.
Begleitung des Menschen über einen Untersuchungszeitraum von 6 Monaten.

Eingeladen sind Menschen und Organisationen die sich an dieser Studie beteiligen wollen.
Um die Synergien der einzelnen Bereiche zu gewährleisten findet die Studie im Rahmen einer Creative Commons Lizenz statt.

Viel Vergnügen beim Leben Ihrer Wahl!

Close Menu